Kategorie-Archiv: WorkLife

(Produktivitäts-) Geheimnisse, die Sie nie erfahren werden

Jeder Organisationsentwickler weiß, dass es in jeder Firma Tabuthemen gibt, über die offiziell nicht gesprochen werden darf. Vor vielen Jahren durfte ich zum Beispiel als externer Mitarbeiter für ein Unternehmen arbeiten, das ein anderes kleineres akquiriert hatte. Obwohl jeder auf den Fluren hinter vorgehaltener Hand davon sprach, dass das Vorhaben in nächste Zukunft an die Wand fahren würde, sprach das niemand aus. Es durfte einfach nicht ausgesprochen werden. “Elephant in the room“ nennen dieses Phänomen unsere amerikanischen Freunde.

Dannielle Blumenthal beschreibt in ihrem Beitrag “5 Productivity Secrets Your Boss Won’t Tell You“ folgende offene Geheimnisse rund um die Produktivität:

  1. Arbeiten Sie nicht für einen Chef, den Sie nicht respektieren können
  2. Sagen Sie Ihrem Chef, wo Ihre Grenzen liegen
  3. Planen Sie feste Zeiten ein, wo Sie Ihren Leidenschaften außerhalb der Arbeit frönen
  4. Erforschen Sie den Eisberg innerhalb Ihres Unternehmens
  5. Organisieren Sie Ihre Arbeit in Projekten oder Programmen und behalten Sie diese im Auge

Wenn jemand den ersten Punkt nachvollziehen kann, dann bin ich das. Glauben Sie mir, das Arbeiten für einen Vorgesetzten, von dem Sie nichts halten, kann Ihr ganzes Leben vermiesen. Da gibt es nur eines: Die Stelle wechseln, entweder innerhalb der Firma oder ganz nach draußen.

Zum Eisberg: In jeder Organisation gibt es ungeschriebene Gesetze, deren Beachtung das Überleben sichert. Sie sollten schnell herausbekommen, für welche Handlungen Sie belohnt und für welche Sie bestraft werden. Bitte verwechseln Sie die ungeschriebenen Regeln (unsichtbar, unterhalb der Wasserlinie beim Eisberg) nicht mit den offiziellen geschriebenen (sichtbar, oberhalb der Wasserlinie). Wenn jeder zu spät in die Besprechungen kommt, ohne dass sich eine Konsequenz daraus ergibt, dann lautet eine Regel: Du darfst zu spät in die Meetings kommen. Da ist es völlig gleichgültig, welche offiziellen Besprechungsregeln in den Meetingräumen hängen.

Und noch etwas (Punkt 2): Es schadet nicht, sich Respekt zu verschaffen, indem Sie ab und zu Pflöcke einschlagen, die Ihre Grenzen markieren. Da betrifft nicht nur die Arbeitsmenge, sondern auch die Art und Weise, wie mit Ihnen umgegangen wird. Trauen Sie sich. Es ist mehr möglich als Sie denken.

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Der Lebenszyklus eines Hypes

Im Nachgang zu dem vorigen Artikel wurde ich gefragt, was ich unter dem Lebeszyklus eines Hypes verstehe. Vor ewig langer Zeit hatte ich in meinem ersten Blog “Interessante Zeiten” einen Artikel dazu verfasst, den ich hier noch einmal veröffentlichen möchte
(Post vom 18. 1. 2006):

In der Maillist Grp-Facl, die der International Association of Facilitators IAF als Forum dient, findet zur Zeit eine lebhafte Diskussion über die Zertifizierung von Facilitators statt. Für mich stellt diese Diskussion ein gewisses Déjà-vu-Erlebnis dar.
Ich habe mich oft schon gefragt, ob Strömungen in der Beratungsszene einem gewissen Lebenszyklus folgen. Wenn ich richtig beobachte, läuft der Zyklus in folgenden Phasen ab:

  1. Schlaue Menschen kommen einer interessanten Sache auf die Spur, entwickeln neue Modelle oder (er)finden etwas Anderes, das auf lebhafte Neugier stößt.
  2. Andere interessieren sich für das Modell, gehen bei den Urhebern in die Lehre und entwickeln das Modell mehr oder weniger weiter. In den Steckbriefen steht dann meist: Ausbildung bei Richard Bandler in den USA persönlich oder so etwas ähnliches.
  3. Die Eleven der Gründer gründen wiederum eigene Ausbildungsinstitute. Das Modell erfährt eine rapide Verbreitung bis hin zum Boom.
  4. Einige Protagonisten denken darüber nach, wie man die ungebremste Ausbreitung des Modells stoppen kann. Interessanterweise sind dies in den seltensten Fällen die Urheber selbst, sondern vielmehr deren Epigonen. Es wird darüber nachgedacht, wie eine sog. Qualitätssicherung vorgenommen werden kann. Ausdruck findet dies meist in einem Curriculum mit anschließender Zertifizierung. Höhepunkt ist die Gründung eines Verbandes.
  5. Es werden klare Hürden aufgestellt, wer mitmachen darf und wer nicht. Es gibt klare Richtlinien, wer drinnen ist und wer draußen. Es bildet sich eine einschlägige “Schule” heraus, die sich klar von anderen abgrenzt. Die Spielregeln werden meist von den Verbandsgründern aufgestellt nach der Devise: Schließlich waren wir zuerst da und haben noch bei den Urvätern gelernt. Wir sind daher berufen, die Spielregeln aufzustellen. Ob die Regelaufsteller dabei ihren eigenen Kriterien genügen, hinterfragt niemand. Allein der Gedanke daran gilt als Sakrileg.
  6. Es findet eine zunehmende Institutionalisierung statt. Es gibt offizielle Verbandskonferenzen, auf denen über Ausbildungsrichtlinien gestritten wird, Datenbanken, in denen nur die stehen, die sich der Zertifizierungsprozedur unterzogen haben usw. usf.
  7. Die “Schule” beschäftigt sich zunehmend mit sich selbst und schmort im eigenen Saft. Bewahrung geht vor Veränderung. Eine Weiterentwicklung findet nicht statt, die selbstgemachte Abschottung verhindert kreativen Ideenaustausch mit Menschen, die nicht der “Schule” angehören.
  8. Die “Schule” wird von der Außenwelt weitestgehend nicht mehr wahrgenommen und versinkt nach und nach in der Bedeutungslosigkeit.

Ich gebe zu, die Aufstellung kommt etwas grob daher und ist wissenschaftlich nicht überprüft. Aber konnten wir diese Phasen nicht beobachten, beim NLP, beim Coaching und anderen Strömungen, wie jetzt beim Facilitating? Ich frage ja nur.

Soweit der Artikel.
Oft erlebt: NLP, Coaching, GTD. What’s next? Agile, Barcamp…?

Interessant in diesem Zusammenhang scheint mir auch der Hype-Zyklus, auch Gartner-Kurve genannt.

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Die Werke von Ludwik Fleck

Gestern haben wir einen schönen Abend mit Robert und Danjela Weißgraeber. Nochmals vielen Dank für das anregende Gespräch und das sensationelle Essen. Für letzteres will ich jetzt hier an dieser Stelle nicht allzu viel Reklame machen, sonst können die Zwei ihren Job an den Nagel hängen und ein Feinschmeckerrestaurant aufmachen.

Während des Abends kam die Sprache auch auf Ludwik Fleck, einem Mediziner, der mich in meiner Arbeit als Organisationsentwickler ganz entscheidend beeinflusst hat. Ich möchte hier nichts über ihn schreiben, das kann die Wikipedia viel besser.

Der Klassiker unter seinen Werken ist sicher “Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache“, in dem er die Lehre vom Denkkollektiv und von den Denkstilen entwickelt.

Vielleicht lässt sich auf diese Weise auch der “Lebenszyklus” mancher populären Ansichten, Formate, Tools usw. erklären, wie NLP, OpenSpace, Agile, Barcamp, um ein paar Beispiele willkürlich und ungeordnet aufzuzählen.

Ein anderes Buch, das ich mit großem Gewinn gelesen habe, ist “Erfahrung und Tatsache“. Vielleicht ist dieses Buch für den Einstieg sogar besser geeignet als sein Hauptwerk, denn es besteht aus einer Sammlung kürzerer Beiträge. Allerdings bekommt man auf diese Weise nicht den kompletten Wurf seines Ansatzes vermittelt. Das dritte Buch “Denkstile und Tatsachen” fehlt mir noch in meiner Sammlung. Somit weiß ich schon, was ich während der Sommerferien lesen werde.

Ich wiederhole mich: In meinem beruflichen Tätigkeit als Organisationsentwickler gibt/gab es ein Leben vor und eines nach Ludwik Fleck. Mehr kann ich über “Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache” nicht sagen. Mehr brauch ich nicht zu sagen.

Erfahrung und Tatsache: Gesammelte Aufsätze (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)

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Wie Sie auf wissenschaftlich überprüfte Weise glücklich werden

Spätestens seit dem Happiness-Projekt von Gretchen Rubin wissen wir, dass Glück kein Zufall ist. Oder zumindest nicht immer. Angeblich können wir lernen, ein glückliches Leben zu führen.

Kevan Lee ist offensichtlich der gleichen Meinung und gibt uns zehn Hinweise, wie wir glücklich werden können.  Der Clou: Alle Tipps sind offensichtlich wissenschaftlich abgesichert. Hier sind sie:

  1. Akzeptieren Sie gegensätzliche Gefühle, zur gleichen Zeit
  2. Sorgen Sie, dass glückliche Freunde in Ihrer Nähe wohnen
  3. Lernen Sie etwas Neues, auch wenn es Mühe macht
  4. Investieren Sie in gute Beratung (aka Coaching)
  5. Drücken Sie die Pausetaste, wenn Sie dem Glück hinterher jagen
  6. Sagen Sie “Nein” zu nahezu allem
  7. Feiern Sie Ihre Stärken und anerkennen Sie Ihre Schwächen
  8. Bereiten Sie sich auf das Schlimmste vor und hoffen Sie auf das Beste
  9. Geben Sie Ihre Lieblingsgewohnheiten auf, zumindest zeitweise
    (der Weg der Stoiker?)
  10. Tagträumen Sie, aber bleiben Sie dennoch auf dem Boden

Zu jedem Tipp liefert Kevan auch den wissenschaftlichen Hintergrund. Nicht sehr ausführlich, aber als Ausgangspunkt für die weitere Recherche durchaus geeignet. Und vergessen Sie bitte nicht, zu jeder Studie gibt es in der Regel eine Gegenstudie.

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Achten Sie auf Ihren blinden Fleck!

Können Sie sich noch an den „Blinden Fleck“ aus dem Biologieunterricht erinnern? Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm, denn dann hilft uns die allwissende Wikipedia auf die Sprünge:

Blinder Fleck (Auge), die Stelle im Gesichtsfeld, an der keine Aufnahme von Lichtreizen möglich ist.

Im Artikel steht dann weiter: “Normalerweise wird der Blinde Fleck nicht zur Kenntnis genommen […]“. Das heißt im Klartext, dass wir in der Regel gar nicht merken, dass wir einen solchen Blinden Fleck haben. Die Psychologie hat den Begriff übernommen (ebenfalls Wikipedia):

Blinder Fleck (Psychologie), Teil des Selbst, der von der Person bei sich selbst nicht wahrgenommen wird.

Judith E. Glaser überträgt den Begriff in die Kommunikation und benennt 5 „Conversational Blind Spots“:

  1. Die Annahme, andere sähen, fühlten, dächten genau so wie wir
  2. Die Unfähigkeit zu realisieren, dass wir mit Angst, Vertrauen und Misstrauen die Realität interpretieren und somit die Weise, wie wir über sie reden
  3. Die Unfähigkeit, sich in den anderen hinein zu versetzen, wenn wir sauer oder ängstlich sind
  4. Die Annahme, dass wir meinen, uns zu erinnern, was der andere gesagt hat. Tatsächlich erinnern wir uns nur an das, was er unserer Meinung nach gesagt hat
  5. Die Annahme, dass die Bedeutung der Aussage vom Sender statt vom Empfänger bestimmt wird

Judith empfiehlt uns auch ein paar Verhaltensweisen, wie wir den Folgen dieser Blinden Flecken entgehen können:

  • Aufmerksam sein und dem anderen mehr Raum im Gespräch geben
  • Diesen Raum durch offene Fragen teilen und dadurch die eigene Neugier aufrecht erhalten
  • Zuhören, um zu verbinden und nicht um zu urteilen oder abzulehnen
  • Nachhaken um tieferes Verstehen und engere Beziehung zu ermöglichen

Mich erinnern ihre Tipps an die drei Stufen der Wahrnehmung:

  1. Beobachten
  2. Deuten
  3. Bewerten

Vielleicht ist es im Gespräch unmöglich, auf der Stufe 1 “Beobachten” inne zu halten und auf das Deuten und Bewerten zu verzichten, aber wir sollten uns unserer Blinden Flecken bewusst sein. Nur so können wir unsere festgefahrenen Ansichten gegebenenfalls korrigieren.

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Andere Länder, andere Sitten: Eine Übersicht

Wenn ich die letzten 20 Jahre Training Revue passieren lasse, dann stelle ich fest, dass meine Teilnehmer mittlerweile ordentlich in der Welt herumkommen. Kaum jemand, der nicht während des Studiums ein Auslandssemester absolviert hat oder von der Firma nach Übersee entsandt wurde. Auch kann ich immer mehr Teilnehmer aus anderen Ländern, meist aus dem asiatischen Raum, willkommen heißen.

Auch wenn die Welt immer kleiner wird und wir uns aufeinander einstellen, so sind die Regeln des Anstands doch recht unterschiedlich. CT Business Travel hat die wichtigsten auf einer Infografik zusammengefasst: Business Etiquette Around The World.

Die Grafik ist sehr schön und informativ, lässt sich aber mit dem angegebenen Code leider nicht einbetten. Schade.

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Hintergrundgeräusche für die Arbeit

Es gibt tatsächliche Menschen, die uns empfehlen, ständig Ohrenstöpsel oder Kopfhörer zu tragen, um uns von störenden Umgebungsgeräuschen abzuschirmen. Den Nutzen dieses Vorschlags haben mir leidgeprüfte Bewohner von Großraumbüros durchaus bestätigt.

Nun ist Hintergrundgeräusch nicht gleich Hintergrundgeräusch. Es ist bekannt, dass manche Geräusche durchaus als angenehm empfunden werden und angeblich sogar die Konzentration steigern können.

Leider gibt es keine Norm für die Empfindung, ob ein Geräusch angenehm ist oder nicht. „Was dem einen sin Uhl, ist dem anderen sin Nachtigall“, heißt ein altes Sprichwort.

Schön, dass Sie auf der Website bg – Background audio for work & relaxation aus einer Fülle von Hintergrundgeräuschen auswählen können. Die Optionen reichen von Café bis Sunny. Da ist für jeden etwas dabei.

bg_-_Background_audio_for_work_and_relaxation

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10 Tipps für den Umgang mit E-Mails

Wieder einmal bin ich über einen Hinweis auf einen Artikel gestoßen, in dem Sie Tipps für den Umgang mit E-Mails bekommen. Geschrieben hat ihn Belle Cooper und er trägt den Titel: 10 Realistic Ways to Keep Your Overflowing Inbox Under Control. Angesprungen hat mich der Beitrag wegen des Attributs „Realistisch“ und tatsächlich sind ein paar Hinweise dabei, über die man ernsthaft nachdenken kann:

  1. Verarbeiten Sie E-Mail sofort weiter
  2. Bringen Sie „vergessene“ Nachrichten an die Oberfläche, die eine Handlung erfordern
  3. Verwenden Sie einen eigenen Posteingang für Mail von externen Partnern (und vor allem einen für /CC)
  4. Holen Sie Ihre E-Mails nicht am Morgen oder zum Feierabend ab
  5. Ordnen Sie Ihre E-Mails bestimmten Bereichen zu, z. B. „E-Mails, die mit einer Handlung verbunden sind“, „E-Mails, die Sie beantworten müssen“ usw.
  6. Richten Sie eine „Yesterbox“ ein. Hier kommen die E-Mail vom Vortag hinein, die Sie am nächsten Morgen abarbeiten
  7. Checken Sie als erstes an einem Arbeitstag Ihre Mails (Bewusster Widerspruch zu 4.)
  8. Automatisieren Sie so viel wie möglich
  9. Fassen Sie sich kurz
  10. Verfassen Sie Mails mit geschlossenem Ende oder anders: Zwingen Sie den Adressaten zu einer Entscheidung

Zu jedem dieser Tipps gibt Belle ausführliche Erläuterungen speziell zu Gmail und nennt Links zu tiefer gehenden Artikeln.

Ich finde, sehr viel dieser Tipps werden durch das konsequente Befolgen z. B. des GTD®- oder Linenberger-Workflows schon von vornherein umgesetzt, wie Tipp 1,2 oder 5.

Wenn Sie in einer Organisation mit ausgesprochener Absicherungsmentalität arbeiten, dann empfehle ich Ihnen ebenfalls, über eine Regel alle Mails, bei denen Sie auf /CC stehen, automatisch in einen eigenen Ordner ablegen zu lassen. Sonst müllen Sie Ihren Eingangskorb mit Nachrichten zu, die man Ihnen nur geschickt hat, um sich selbt abzusichern. Bei Bedarf können Sie diese ja immer noch wieder hervorholen.

[via 99U]

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Gunter Dueck über die optimale Auslastung

Dieses Jahr hat auf der re:publica auch Gunter Dueck eine Keynote gehalten. Ich muss gestehen, ich mag die Art wie er redet, nicht besonders. Für mich klingt ein bisschen nach dem kleinen Nils, der uns in einer Kindersendung die Welt erklärt. „Den kleinen Professor“ nennen so ein Verhalten die Transaktionsanalytiker.

Sei’s drum, das ist ein Stil- bzw. Geschmacksfrage. Was Gunter Dueck zu sagen hat, ist allemal be-merkenswert. Von seinem Vortrag habe ich mir gemerkt:

  • Die Herleitung einer optimalen Auslastung über die Warteschlangentheorie
  • Das Zitat über die Dummheit von Bertold Brecht (schon wieder!)
  • Den Unterschied zwischen doof einfach und genial einfach.

Mit diesem Vortrag wirbt Gunter Dueck natürlich auch für sein neues Buch „Schwarmdumm: So blöd sind wir nur gemeinsam“. Erfolgreich finde ich: Gelesen habe ich es bisher noch nicht, aber es steht auf dem Einkaufszettel ganz oben.

Schwarmdumm: So blöd sind wir nur gemeinsam

Price: EUR 24,99

4.6 von 5 Sternen (35 customer reviews)

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Nachtrag (13. Mai 2015)

Jan Fischbach geht in einem Blogbeitrag auf das Buch von G. Dueck und dort speziell auf “Warteschlangen im Management” ein. Lesenswert!

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Die neue Arbeitswelt: Auf Augenhöhe?

Das Problem ist nicht Automatisierung, sondern Ausbeutung

Wenn ich auf die re:publica in unsere schöne Hauptstadt fahre, dann nicht zuletzt aus dem Grund, mich auf den neuesten Stand zu bringen.

Auch dieses Jahr wurde ich nicht enttäuscht, zumal nach 2013 auch Johannes Kleske wieder mit von der Partie war. In seinen Vorträgen denkt er die sog. „neue Arbeitswelt“ weiter. Und nein, seine Schlüsse werden so manchem, der sich der „Arbeit auf Augenhöhe“ verschrieben hat, ganz und gar nicht gefallen.

Als jemand, der das Glas bezüglich der neuen Arbeitswelt eher halb leer denn halb voll sieht, weiß nach dem Anhören seines Referats jetzt nicht nur, dass ich skeptisch bezüglich der Effekte der „Arbeit auf Augenhöhe“ bin, sondern auch warum. Kurz: Ich fühle mich auf den Stand gebracht. Dafür möchte ich mich bei Johannes bedanken.

Die diesjährige Präsentation ist eine logische Fortsetzung seines Referats auf der re:publica 13.

PS: Vor der re:publica durfte ich mir auf Einladung meiner Tochter die wunderbare Aufführung der „Dreigroschenoper“ des Berliner Ensembles anschauen. Vielleicht hat auch dieser Umstand dazu geführt, meine Sinne besonders zu schärfen. Wie heißt es im „Ersten Dreigroschen-Finale“?

Doch leider sind auf diesem Sterne eben
Die Mittel kärglich und die Menschen roh.
Wer möchte nicht in Fried und Eintracht leben?
Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so!

Ich fürchte, der Text von Bertold Brecht ist nach wie vor brandaktuell.

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