Kategorie-Archiv: Methoden

Die Megaseite über das Notizen machen

Nachdem ich nun einige Wochen mit diversen Notizprogrammen auf dem iPad experimentiert und beschlossen habe, reumütig wieder zu Papier und Bleistift zurückzukehren, kommt mir ein einschlägiger Artikel von Kate Matsudaira gerade recht. Sie hat einen umfangreichen Beitrag verfasst, mit dem sie uns in die Kunst der Notizenanfertigung einführt: The Ultimate Guide to Note-Taking. Da unsere amerikanischen Freunde sehr großzügig mit dem Begriff “ultimate” umgehen, ist normalerweise Skepsis angebracht. Hier kann ich allerdings Entwarnung geben. Der Begriff steht völlig zu Recht in der Überschrift.

In dem Beitrag bekommen so ziemlich alle Zielgruppen für alle möglichen Zwecke Hinweise, wie sie ihr Notizbuch führen können. Sie finden geeignete Methoden für alle Denkstile, egal ob Sie eher ein analytischer Typ sind oder eher den visuellen Kanal bevorzugen. Vorgestellt werden Ansätze wie:

  • Struktur durch Gliederung (Outline)
  • Freie Satzbildung
  • SQ3R für effektives Lesen
  • Mapping (darf nicht fehlen)
  • Smart Wisdom (kannte ich bis jetzt auch noch nicht)
  • Diagramme und Prozesse
  • Cornell – Methode
  • Strukturierte geführte Notizen
  • Tabellen

Zu allen Methoden gibt Ihnen Kate anschaulichen Beispiele und beschreibt, wo die Methode gewinnbringend eingesetzt werden kann. Ihr Artikel ist mit Fotos aus ihrem eigenen Notizbuch reichhaltig und anschaulich bebildert. Man sagt mir nach, dass meine Handschrift schön und lesbar ist und meine eigenen Notizbücher ordentlich geführt sind. Wenn ich sie allerdings mit dem von Kate vergleiche, dann gebe ich gerne zu, da ist noch gewaltig Luft nach oben, Ihre Notizen sehen tatsächlich besser aus als gedruckt.

Ein toller Artikel. Danke, Jan, für den Hinweis.

Und ob der was für mich ist!

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Wie man eine Checkliste aufsetzt

Wenn es um Abläufe geht, bei denen immer wieder dieselben Teilaufgaben abgearbeitet werden müssen, dann leistet uns die Checkliste gute Dienste. Das Gehirn ist es nicht gewohnt, auf Knopfdruck das gespeicherte Wissen preiszugeben, es besteht die Gefahr, einen wichtigen Schritt zu vergessen. Davor bewahrt uns die Checkliste, sie entlastet das Gehirn enorm. Das hat nichts mit Denkfaulheit oder ähnlichem zu tun, denn gerade Menschen mit anspruchsvollen Berufen wie Piloten, Chirurgen usw. nutzen Checklisten. Sie sind bestimmt nicht auf den Kopf gefallen und wissen genau, warum sie dies tun.

Bruce Harpham gibt uns in dem Artikel “How To Build A Checklist In 6 Steps“ eine Checkliste am die Hand, mit deren Hilfe wir unsere eigenen Checklisten zusammenbauen können. Hier die Schritte:

  1. Identifizieren Sie die „dummen“ Fehler, die einen Misserfolg verursachen können
  2. Bitten Sie andere Personen um zusätzlichen Input
  3. Erstellen Sie eine Liste der einfangen Handlungsschritte
  4. Erstellen Sie eine Liste der Informationsschritte
  5. Testen Sie die Checkliste
  6. Überarbeiten und verfeinern Sie die Checkliste

Als ich noch als Produktionsingenieur gearbeitet habe, haben wir Checklisten an vielen Stellen mit Erfolg eingesetzt. Verwenden Sie sie immer dann, wenn Prozesse automatisiert ablaufen sollen. Ich selbst habe mir Checklisten für die Erstellung von Fotoprotokollen, für die Wochendurchsicht oder zum Koffer packen erstellt.
Funktioniert!

Checkliste

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Kostenloses E-Book: Alles über E-Mail

Wenn Sie wissen möchten, was technisch hinsichtlich der guten alten Tante E-Mail alles so auf dem Markt ist, dann empfehle ich Ihnen das kostenlose E-Book, das Sie auf www.homepage-erstellen.de erhalten können: “E-Mail: Anbieter und Software” (pdf). Der Inhalt:

  • E-Mail, wie funktioniert das?
  • Kostenlose E-Mail Anbieter im Überblick
  • E-Mail-Konten von Webspace Providern
  • Alfahosting (kannte ich auch noch nicht)
  • E-Mail-Software (für mich Outlook, ist doch klar)
  • Tipps und Tricks
  • … und ein abschließendes Fazit

Letzteres kommt auch von mir. Wenn Sie jemandem einen kompakten schnellen Einstieg empfehlen müssen, dann ist dieses E-Book eine gute Wahl.

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Der Lebenszyklus eines Hypes

Im Nachgang zu dem vorigen Artikel wurde ich gefragt, was ich unter dem Lebeszyklus eines Hypes verstehe. Vor ewig langer Zeit hatte ich in meinem ersten Blog “Interessante Zeiten” einen Artikel dazu verfasst, den ich hier noch einmal veröffentlichen möchte
(Post vom 18. 1. 2006):

In der Maillist Grp-Facl, die der International Association of Facilitators IAF als Forum dient, findet zur Zeit eine lebhafte Diskussion über die Zertifizierung von Facilitators statt. Für mich stellt diese Diskussion ein gewisses Déjà-vu-Erlebnis dar.
Ich habe mich oft schon gefragt, ob Strömungen in der Beratungsszene einem gewissen Lebenszyklus folgen. Wenn ich richtig beobachte, läuft der Zyklus in folgenden Phasen ab:

  1. Schlaue Menschen kommen einer interessanten Sache auf die Spur, entwickeln neue Modelle oder (er)finden etwas Anderes, das auf lebhafte Neugier stößt.
  2. Andere interessieren sich für das Modell, gehen bei den Urhebern in die Lehre und entwickeln das Modell mehr oder weniger weiter. In den Steckbriefen steht dann meist: Ausbildung bei Richard Bandler in den USA persönlich oder so etwas ähnliches.
  3. Die Eleven der Gründer gründen wiederum eigene Ausbildungsinstitute. Das Modell erfährt eine rapide Verbreitung bis hin zum Boom.
  4. Einige Protagonisten denken darüber nach, wie man die ungebremste Ausbreitung des Modells stoppen kann. Interessanterweise sind dies in den seltensten Fällen die Urheber selbst, sondern vielmehr deren Epigonen. Es wird darüber nachgedacht, wie eine sog. Qualitätssicherung vorgenommen werden kann. Ausdruck findet dies meist in einem Curriculum mit anschließender Zertifizierung. Höhepunkt ist die Gründung eines Verbandes.
  5. Es werden klare Hürden aufgestellt, wer mitmachen darf und wer nicht. Es gibt klare Richtlinien, wer drinnen ist und wer draußen. Es bildet sich eine einschlägige “Schule” heraus, die sich klar von anderen abgrenzt. Die Spielregeln werden meist von den Verbandsgründern aufgestellt nach der Devise: Schließlich waren wir zuerst da und haben noch bei den Urvätern gelernt. Wir sind daher berufen, die Spielregeln aufzustellen. Ob die Regelaufsteller dabei ihren eigenen Kriterien genügen, hinterfragt niemand. Allein der Gedanke daran gilt als Sakrileg.
  6. Es findet eine zunehmende Institutionalisierung statt. Es gibt offizielle Verbandskonferenzen, auf denen über Ausbildungsrichtlinien gestritten wird, Datenbanken, in denen nur die stehen, die sich der Zertifizierungsprozedur unterzogen haben usw. usf.
  7. Die “Schule” beschäftigt sich zunehmend mit sich selbst und schmort im eigenen Saft. Bewahrung geht vor Veränderung. Eine Weiterentwicklung findet nicht statt, die selbstgemachte Abschottung verhindert kreativen Ideenaustausch mit Menschen, die nicht der “Schule” angehören.
  8. Die “Schule” wird von der Außenwelt weitestgehend nicht mehr wahrgenommen und versinkt nach und nach in der Bedeutungslosigkeit.

Ich gebe zu, die Aufstellung kommt etwas grob daher und ist wissenschaftlich nicht überprüft. Aber konnten wir diese Phasen nicht beobachten, beim NLP, beim Coaching und anderen Strömungen, wie jetzt beim Facilitating? Ich frage ja nur.

Soweit der Artikel.
Oft erlebt: NLP, Coaching, GTD. What’s next? Agile, Barcamp…?

Interessant in diesem Zusammenhang scheint mir auch der Hype-Zyklus, auch Gartner-Kurve genannt.

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Agile Results in 7 Tagen

Vor geraumer Zeit hatte ich an dieser Stelle schon einmal auf das Buch „Getting Results the Agile Way“ von J. D. Meier hingewiesen. Leider habe ich nie einen rechten Zugang zu diesem Werk gefunden. Vielleicht ändert sich das jetzt im Verlauf von einer Woche.

Der Autor J. D. Meier hat auf seinem Blog eine Art 7-Tage-Einstiegskurs zur Methode veröffentlicht. Das Ziel:

Learn how to get started quickly with Agile Results, even if you’ve never read the book.

Von Sonntag (Start) bis Samstag (Ende) bekommen Sie in verdaubaren Häppchen das Wesentliche zur Methode erklärt. Hier der Link für den nächsten Sonntag: Day 1 of 7 Days of Agile Results – Sunday (Getting Started).

Falls Sie danach doch noch die Nase in das Buch stecken möchten, dann folgen Sie diesem Link:

Getting Results the Agile Way: A Personal Results System for Work and Life

Price: EUR 12,61

4.7 von 5 Sternen (3 customer reviews)

12 used & new available from EUR 12,61

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Trello spricht Deutsch!

Ich weiß, dass viele Leserinnen und Lesern des ToolBlogs begeisterte Nutzer von Trello sind. Offensichtlich werden es immer mehr. Aus diesem Grund startet Trello heute auch mit einem eigenen Ableger in Deutschland.

Mit Trello können Sie allein oder im Team Projekte organisieren. “In der web-optimierten Anwendung ist es möglich, auf sogenannten Boards gemeinsam mit anderen Mitgliedern Listen zu erstellen. Sie können beliebig bearbeitet werden und mit Checklisten, Anhänge und einen festgelegten Termin versehen werden.” (Wikipedia).

Damit die Einarbeitung reibungslos funktioniert, hat die Trello-Crew ein paar Board-Beispiele in deutscher Sprache ins Netz gestellt:

Falls Ihnen das nicht reicht, es gibt auch zu Trello ein Kindle-Buch, das ich aber nicht gelesen habe:
Dominic Wolff: Get Things Done with Trello (Link).

Es existieren neben einer mobilen Version der Website von Trello auch eigenentwickelte Apps für iOS, Android und Windows 8.

Trello wird bereits von namhaften deutschen Unternehmen eingesetzt, wie z. B. Sennheiser, Daimer u.a. Sie befinden sich also in bester Gesellschaft.

Ich werde mich nun und wohl auch eingehend mit Trello beschäftigen.
Widerstand scheint zwecklos.

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8 Umstände, die effektive Entscheidungen gefährden

Wie wir wissen, bedeutet Effektivität “die richtigen Dinge tun”. Effektive Entscheidungen treffen, heißt folglich, richtig zu entscheiden. Leider betreffen Entscheidungen in der Regel die Zukunft, so dass sich leider meistens erst hinterher herausstellt, ob man richtig oder falsch entschieden hat. Unabhängig, wie die Debatte ausgeht, ob wir Entscheidungen mit dem Kopf oder mit dem Bauch fällen, Bruce Harpham hat in seinem Artikel “The 8 Threats To Effective Decision Making” einige Umstände aufgeführt, die Sie daran hindern, gute Entscheidungen zu fällen:

  1. Unbesonnenheit
  2. Vermeidung von Risiken
  3. Ignoranz
  4. Der Halo-Effekt
  5. Eigenbrötlerei
  6. Die einzige richtige Lösung für das Problem
  7. Keine nachfolgende Überprüfung
  8. Mangelnde Beteiligung bzw. Delegation

Mir fällt noch ein, dass man manchmal so lange mit einer Entscheidung wartet, bis das “Window of Opportunity” wieder geschlossen ist. Die Kunst besteht darin, sich einerseits zwar nicht um ungelegte Eier zu kümmern, andererseits aber die günstige Gelegenheit auch nicht zu verpassen. Leider gibt es keine totsicher richtigen Entscheidungen. Denn

Entscheidbares muss man nicht entscheiden.

(Ich glaube, von Heinz von Foerster stammt dieses Zitat).

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Die Überzeugungskraft des Haftklebezettels

Für mich ist der Haftklebezettel oder die Post-it®-Note eine der nützlichsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts. Manchmal frage ich mich, warum bislang noch kein Nobelpreis für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens gestiftet worden ist.

Post-it®-Notes verwende ich immer dann, wenn ich Gedanken immer wieder neu strukturieren möchte, z. B. bei der Anwendung von Problemlösungsmethoden (Ishikawa- Diagramm), Techniken zur Ideenfindung (Kartenabfrage) oder bei der Planung von Projekten. Auch bei der Selbstorganisation leisten die Zettel gute Dienste (Personal Kanban).

Programme, die die Haftzettel in elektronischer abbilden, gibt es für sämtliche Betriebssysteme und auch webbasiert in Hülle und Fülle. Interessanterweise konnte ich ihnen bislang nicht viel abgewinnen. Offensichtlich ist das haptische Element doch von einiger Bedeutung.

Nun sind auch Wissenschaftler dem Erfolg der Post-it®-Note auf den Grund gegangen. Kevin Hogan verweist in seinem Artikel “The Surprising Persuasiveness of a Sticky Note“ auf entsprechende raffinierte Experimente von Randy Garner an der Sam Houston State University in Huntsville hin. Der Befund:

  1. Haftklebezettel regen die Kreativität an. Sie wirken immer etwas unordentlich und das mag unser Gehirn nicht.
  2. Dadurch erregen die Zettel eine Menge Aufmerksamkeit.
  3. Sie tragen alle eine persönliche Handschrift
    (das erklärt vielleicht auch, warum m.E. die elektronische Form nur suboptimal ist).
  4. Sie repräsentieren die Kommunikation zwischen den Beteiligten untereinander
    (das habe ich allerdings nicht ganz verstanden)

Nun wissen wir nicht nur, dass der Haftklebezettel erfolgreich ist, sondern auch, warum.

Post-it®

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Nomen es Omen: Die Systematik von Dateinamen

Sie kennen das. In vielen Organisationen und Teams wurden vor gefühlten hundert Jahren die ersten Dateien auf der Festplatte abgelegt. In der Zwischenzeit sind die Dateiablagen quasi organisch gewachsen, es haben sich mehr oder weniger informelle Strukturen herausgebildet. Auf diese Weise findet man mehr schlecht als recht die Dateien, auf die man zurückgreifen möchte.

Wenn Ihnen und Ihrem Team der Datei-Verhau über den Kopf wächst, hilft es oft nur, Tabula Rasa zu machen und mit der Dateiablage ganz von vorn zu beginnen. Ein Schlüssel für eine zweckmäßige Ablage ist die Systematik, nach der Sie Ihre Dateien benennen.

Wie so etwas gehen könnte, erfahren Sie in einem Artikel der Firma exadox: File Naming Conventions References.

Sie finden in dem Beitrag eine Referenzliste für verschiedene Anwendungsfelder. Für jedes Feld können Sie in einem eigenen Artikel nachlesen, wie eine systematische Benennung der Dateien aufgebaut sein könnte.

Sicher nichts für Einzelpersonen und Freelancer wie mich. Ich könnte mir aber vorstellen, dass diese Hinweise für Teams und Organisationen durchaus nützlich sein können.

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Die 70/20/10 Regel nach Google

Es gibt viele Ansätze, wie Sie Ihre Arbeitszeit ansetzten können. Auf eine interessante Weise der Arbeitseinteilung bin ich in einem Artikel von Noah Weiss gestoßen: Manage your time like Google invests its resources: 70/20/10..

Noah zitiert in seinem Beitrag einen Aussage von Eric Schmidt aus dem Jahr 2005:

Wir verwenden 70% unserer Zeit auf unser Kerngeschäft Suche und Werbung. Wir verwenden 20% auf angrenzende Geschäftsfelder: Google News, Google Earth und Google Local. Und 10% sind den Dingen gewidmet, die tatsächlich ganz neu sind.

In dem Artikel gibt Noah Beispiele für die Zeiteinteilung für verschiedene Rollen: Designer, Techniker und Vertriebsmitarbeiter.

Noah, der auch VP Product bei Foursquare ist, überträgt dieses Prinzip auf sein Konzept “#now, #next, #later“. Er teilt die Projektarbeit in diese drei Kategorien ein:

* #now: Zeitraum von 2 – 4 Wochen (“be-weekly sprints”)
* #next: Zeitraum von 1 – 3 Monaten
* #later: mehr als 3 Monate

Ich bin mir nicht sicher, ob sich diese Vorgehensweise 1:1 auf die persönliche Selbstorganisation anwenden lässt. Aber für mich war insbesondere der erste Artikel ein Anstoß, darüber nachzudenken, wie die Einteilung der eigenen Arbeitszeit auch vorgenommen werden kann.

Die Botschaft: Reservieren Sie einen gewichtigen Anteil Ihrer Zeit für die eigene Entwicklung.

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