Kategorie-Archiv: Methoden

Die 5 Komponenten einer Entscheidung

Von Heinz von Foerster stammt der Satz:

Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden.

Ich gebe zu, als ich dieses Zitat zum ersten Mal gehört habe, habe ich erst einmal mit dem Kopf geschüttelt. Es handelt sich um einer dieser Sätze, bei denen ich nachhören muss, um sie zu verstehen.

Wie auch immer, Entscheidungen werden unter Unsicherheit getroffen, die Folgen einer Entscheidung müssen wir in der Zukunft ausbaden. Das macht das Entscheidungen fällen so schwierig und unbeliebt. Und weil wir Menschen so verliebt in unseren Verstand sind, gibt es Entscheidungsregeln und -methoden wie Sand am Meer.

Kirstin Miller beschreibt in Ihrem Artikel “5 Components of a Foolproof Decision Making Process“. Die Komponenten sind (Bemerkungen von mir):

  1. Erkenne das Problem hinter der Entscheidung
    Es gilt das MiMo-Prinzip: Mist in, Mist out. Beschreiben Sie das Problem, das eine Entscheidung notwendig macht, so genau wie möglich.
  2. Entwickeln Sie Alternativen
    Hier ist die schiere Menge gefragt. Entwickeln Sie so viel Lösungsmöglichkeiten, wie Ihnen einfallen. Schreiben Sie alle auf, auch wenn Sie Ihnen auf den ersten Blick dämlich erscheinen.
    Denken Sie daran: Die erste Lösung ist nicht die beste, sondern oft nur die erstbeste.
  3. Bewerten Sie die Alternativen
    Werden Sie sich über die Kriterien klar, auf Grund derer Sie Ihre Entscheidung fällen wollen. Warum ist gerade das oder jenes für Sie wichtig?
  4. Treffen Sie Ihre Auswahl sorgfältig
    Wägen Sie Pro und Contra der einzelnen Alternativen auf Grund Ihrer Kriterien sorgsam gegeneinander ab. Achten Sie auf geheime Vorlieben.
  5. Hinterfragen Sie Ihre Entscheidung
    Horchen Sie in sich hinein. Wenn Sie bei der getroffenen Entscheidung immer noch Bauchschmerzen haben, gehen Sie diesem Gefühl unbedingt nach. Was bereitet diese Bauchschmerzen? Bedenken Sie auch ungewollte Folgen Ihrer Entscheidung.

Eines ist klar: Sie können eine Entscheidung noch so sorgfältig vorbereiten, es gibt keine Garantie dafür, dass es die richtige Entscheidung ist. Oder wie Wilhelm Busch sagt:

Ach, daß der Mensch so häufig irrt und nie recht weiß, was kommen wird.

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Die Pinnwand zum Ausprobieren: BoardThing

Eine App, die ich auf meinem iPad nicht missen möchte, ist iBrainstorm. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine virtuelle Pinnwand, mit der man dasselbe anstellen kann, wie mit einer “echten” Moderationswand. Man kann mit Karten ein Brainstorming durchführen und die Karten hinterher strukturieren. Affinitätsdiagramm nennt das der Experte, der Normalo kennt dies unter “Kartenabfrage” aus der Moderation. Zusätzlich können Sie auf die Pinnwand auch noch Striche, Figuren usw. zeichnen um das Ganze noch unübersichtlicher zu machen.

Leider gibt es iBrainstorm nur für iOS, ein ähnliches und kostenfreies Programm konnte ich für den Mac nicht finden, CMap Tools geht noch am ehesten in die Richtung, ist mir aber nicht einfach genug. Hier hat Microsoft die Nase vorn mit der hauseigenen kostenlosen Software “StickySorter” für Windows. Leider wird dieses kleine Helferlein offenbar nicht mehr weiterentwickelt, aber Sie können es an diversen Orten noch herunterladen (z. B. bei Computerbild).

Eine neue Netzanwendung scheint die Lücke nun zu füllen: BoardThing. Auf den ersten Blick ist alles vorhanden, was eine virtuelle Pinnwand braucht. Sie können sammeln, arrangieren und auf dem Board zeichnen. Auch die entfernte Zusammenarbeit mit anderen Nutzern ist möglich. Außerdem können die “Karten” auch aus Videos, Links oder ähnlichem bestehen. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Momentan wird die App noch getestet, aber Sie können sich am Ausprobieren beteiligen, indem Sie auf dem üblichen Weg um eine Einladung bitten. Bei mir ging das problemlos und schnell. Wenn Sie einen Einladung erhalten haben, können wir uns ja einmal treffen und zusammen versuchsweise eine Pinnwand erstellen.

 

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4 Dinge, die bei virtuellen Meetings schief gehen können

Gestern hatte ich mit einem Studienfreund ein längeres Gespräch über Google Hangout. Es ging um die Vorbereitung einer größeren Konferenz im Herbst diesen Jahres.

Für die Kommunikation über große Entfernungen sind Skype & Co mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die Technik macht es möglich – wenn sie funktioniert. Allerdings können auch Probleme auftreten, die die Freude am Gedankenaustausch erheblich trüben. Ashley Coolman zählt “4 Problems with Virtual Meetings” auf und beschreibt, wie wir sie lösen können:

  1. Man muss dasselbe dauernd wiederholen
    Das passiert dann, wenn jemand nicht zuhört (und eine/r ist immer dabei).
    Die Lösung:
    Merken Sie sich die Namen der Teilnehmer und sprechen Sie einzelne Teilnehmer immer wieder mit Namen an.
  2. Sie haben keine Ahnung, wer Sie gerade anspricht
    Die Lösung:
    Stellen Sie sicher, dass jeder Ihren Namen oder noch besser Ihr Gesicht kennt. Letzteres kann mit einem Foto oder über Videochat bewerkstelligen.
  3. Ihr Programm stürzt ab
    Die Lösung:
    Hier hilft nur Plan B. Vielleicht überlegen Sie sich, wie Sie in Null Komma Nichts von Google Hangout zu Skype wechseln können. Dazu müssen natürlich alle Teilnehmer auf die Schnelle in der Lage sein.
  4. Ihr Hund bellt wie verrückt
    … oder andere lästige Hintergrundgeräusche.
    Die Lösung:
    Stellen Sie Regeln für die online-Konferenz auf und weisen Sie im Vorfeld auf diese Möglichkeiten hin. So kann jeder Teilnehmer entsprechende Maßnahmen treffen.

Klar, diese Punkte decken nicht alle Eventualitäten ab, aber ein paar entscheidende. Sie wissen ja, “Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum”.

Was haben Sie denn schon Kurioses in virtuellen Meetings erlebt. Das würde mich mal interessieren, schließlich bin ich neugierig.

 

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Die 7 Zutaten für ein gutes Brainstorming

Groß ist die Zahl derer die wissen, was ein Brainstorming ist und wie man es durchführt. Klein jedoch die Schar jener, die ein erfolgreiches Brainstorming erlebt haben. Das geht so weit, dass manche Autoren generell den Nutzen und die Wirksamkeit dieser Kreativitätsmethode in Zweifel ziehen. Ich habe im Toolblog darüber berichtet.

Für diejenigen, die das Brainstorming noch nicht in den Schornstein geschrieben haben, gibt Linda Tischler ein paar Tipps, wie es vielleicht doch funktionieren könnte: Seven Secrets to Good Brainstorming. Dies sind ihre Geheimnisse:

  1. Schärfste Fokussierung
  2. Regeln vereinbaren und auf Einhaltung achten
  3. Die Ideen durchnummerieren
  4. Als Moderator die Phasen des Brainstormings beachten und wissen, was zu tun ist
  5. Brainstorming möglichst als Kartenabfrage (Haftzettel) durchführen
  6. Warm-up vor dem eigentlichen Brainstorming vorsehen
  7. Proben, Muster etc., die mit dem Problem zu tun haben, einbeziehen

Ich weiß zwar nicht, was an diesen Tipps „geheimnisvoll“ sein soll, aber insbesondere die Hinweise 2 und 5 kann ich nur bestätigen. Tipp Nr. 3 kann durchaus für die weitere Verarbeitung der Ideen z.B. durch Priorisieren, nützlich sein.

Aus meiner Erfahrung heraus ist es bez. Nr. 1 wichtig, die richtige Frage zu stellen oder ein geeignetes Anliegen zu formulieren. Achten Sie darauf, dass die Frage kurz, knapp und vor allem offen sein muss. Schließlich wollen Sie ja so viel Ideen wie möglich.

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Warum es E-Mail immer geben wird

Ich habe natürlich darüber keine wissenschaftlichen Studien angestellt, dennoch behaupte ich, dass die Klagen über E-Mail fast so alt sind wie die E-Mail selbst. Es gibt eine Unzahl von Autoren, die über die E-Mail herziehen, das Spektrum reicht von Jammern bis zum heiligen Zorn. Allen gemeinsam ist, dass sie diesen Nachrichtenverkehr lieber heute als morgen auf den Mond schießen würden.

Nun aber droht uns Mathilde Collin mit der Aussage: Email Will Last Forever. Nachdem sich der erste Schreck gelegt hat, wollen wir einmal einen näheren Blick auf die Gründe für ihre Behauptung werfen. Mathilde meint:

  • E-Mail ist der leistungsstärkste Kommunikationskanal
  • E-Mail ist sehr flexibel
  • E-Mail wird sich im Geschäftsleben halten

Zwar meint auch Mathilde, dass mittlerweile weitere Kommunikationsmittel zur Verfügung stehen, die E-Mail aus den o.a. Gründen aber ihre Berechtigung behalten wird.

Was meinen Sie? Ist die E-Mail tatsächlich nur “etwas für alte Leute” oder wird sie weiterhin verwendet werden? Und wenn ja, zu welchem Zweck?

 

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Mark Forster’s Liste als App: BlancList

Besonders in Großbritannien gilt Mark Forster als der Guru in Sachen Selbstorganisation. Ob zu Recht, vermag ich nicht zu beurteilen, denn ich habe zu seinem Hauptwerk “Do It Tomorrow” nie den richtigen Zugang gefunden. Das hat aber nichts zu sagen, denn das mag an mir liegen.

Über seine SuperFocus – Methode habe ich im ToolBlog bereits berichtet. Nun gibt es wohl die passende Anwendung dafür: BlancList.

Wie gesagt, ich bin kein Spezialist in Sachen Mark Forster, aber ich weiß, unter den Leserinnen und Leser gibt es solche. Vielleicht kann ja die eine oder andere etwas zu BlancList sagen schreiben. Ich würde mich darüber sehr freuen.

 

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Die Werkzeuge von 61 Spezialisten

Vor einiger Zeit rief der Kollege Ivan Blatter zu einer Blogparade auf. Er bat Kolleginnen und Kollegen ihre drei wichtigsten Produktionswerkzeuge zu benennen und zu begründen, warum gerade diese ausgewählt wurden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

Etwas ähnliches hatte wohl Kosio Angelov im Kopf mit seinem Artikel “61 Productivity Experts Reveal Their 3 Favorite Productivity Tools“. Unter den 61 Experten finden sich Namen, die auch in unseren Breitengraden nicht ganz unbekannt sind, wie

  • David Seah
  • Steve Pavlina
  • Penelope Trunk (ihr Werkzeug Nr. 3 ist bemerkenswert)
  • Brian Tracy

um nur einige zu nennen.

Übrigens habe ich damals Ivans Frage sehr technisch aufgefasst. Heute würde ich sich die Meditation als zwar indirektes, aber dennoch wichtiges Produktivitätswerkzeug anführen, so wie Chris Bailey in dem Beitrag.

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[Foto von Jim Pennucci [via flickr]]

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Vom richtigen Umgang mit Haftnotizen

Seit Jahren benutze ich in meinen Workshops Klebezettel, auch bekannt unter dem Herstellernamen Post-it-Notes. Sie ersetzen bei mir Metaplankarten und Nadeln und sparen mir auf diese Weise den einen oder anderen Arbeitsgang. Michael Sahota hat in einem Beitrag einmal zusammengefasst, was beim Benutzen von Klebetetteln zu beachten ist: How to Go Fast With Sticky Notes. Die Tipps stellt er auch als Präsentation zur Verfügung. Sie können damit in Ihren eigenen Meetings die Teilnehmer über die richtige Handhabung informieren [via @olaflewitz].

Ich möchte Michaels Hinweise noch mit eigenen Erfahrungen ergänzen:

Besonders wichtig: Achten Sie auf das richtige Abziehen der Zettel vom Block. Sie sollten plan an der Fläche hängen. Wie das geht, zeigt dieses Video:

 

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Ist Ihre Aufgabenliste zu groß? Verwenden Sie die 5×3 – Methode!

Wenn Sie am Ende eines Arbeitstages frustriert sind, weil nur ein Bruchteil von dem geschafft ist, was Sie sich vorgenommen haben, dann ist Ihre Liste vielleicht zu umfangreich. Ein schwacher Trost: Sie haben ohnehin immer mehr Arbeit als Sie schaffen können, machen Sie sich da nichts vor.

Manche Autoren machen die Not zur Tugend. Michael Linenberger empfiehlt, sich jeden Tag nicht mehr als drei bis fünf Aufgaben vorzunehmen. Diese müssen dann aber konsequent an diesem Tag abgearbeitet werden. Die Liste mit diesen Tätigkeiten nennt er dann auch folgerichtig die “Critical-Now-List”. Es kommen nur und nur die Aufgaben auf diese Liste, bei denen Sie sogar Überstunden machen würden, um sie heute noch unbedingt erledigen zu können. Wie gesagt, drei bis fünf sind es, nicht mehr. Nähere Informationen finden Sie in seinem (kostenlosen) E-Book “The One Minute  To-Do List“.

Alex Dalenberg verfolgt mit seinem Artikel “Productivity overload? Keep it simple with a 3-item to-do list” einen ähnlichen Ansatz. Bei ihm sind es sogar nur drei kritische Aufgaben. Er verweist auf eine kleine Web-Anwendung namens Zenlist, auf der Sie Ihre drei Aufgaben hinterlegen können. Ein bisschen übertrieben, finde ich, es genügen auch ein Zettel und ein Bleistift. Aber jedem Kind seinen Luftballon, wie der Schwabe sagt.

Was die Amerikaner können, können wir schon lange. Matthias Büttner beschränkt sich auch auf drei Aufgaben pro Arbeistag und nennt das ganze die “Methode 5×3“. Er hat dazu ein kleines E-Book geschrieben und bietet über sein Unternehmen X17 eine entsprechende Variante seines Zeitplanbuchs an. Das Clevere: Das Büchlein mit patentierter Einsteckmechanik kommt im Querformat daher. Auf diese Weise können Sie es hervorragend vor die Computerttastatur legen und immer geöffnet halten.

5x3Buch

 

 

 

 

 

Ich selbst verwende die Critical-Now-List nach Linenberger und habe Outlook für Windows und für den Mac entsprechend eingerichtet. Und siehe da, es funktioniert.

 

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Wie Sie mit Schuhkartons eine Ablage einrichten

Gestern habe ich über die Noguchi-Methode berichtet, mit der Sie Papierdokumente ablegen und wiederfinden können. Heute geht es um größere Dinge als Papier. Dave Seah beschreibt in “Project Shoebox: Making a Physical Filing System“, wie er mit Schuhkartons eine Ablage für all die Kleinigkeiten eingerichtet hat, die im Alltag so anfallen.

  • Kleinteile von Elektrogeräten
  • USB-Sticks
  • Kabel aller Art
  • Unhandliche Gebrauchsanweisungen
  • Selten gebrauchte CD-ROMs u.v.m.

Die Kartons beschriftet er mit Haftklebezetteln mit kurzen Stichwörtern, die den Inhalt beschreiben.

Der Ausdruck Schuhkartons stimmt natürlich nicht ganz. Damit das Ganze ansehnlich wird, sollten Sie sich gleichartige Schachteln besorgen. So etwas bekommen Sie etwa im Büroartikelgeschäft oder in der Accessoiresabteilung der Möbelhäuser.

Ich selbst habe mir durchsichtige Plastikcontainer bei einem bekannten schwedischen Möbelgeschäft besorgt, dessen Namen ich nicht nennen will. Durchsichtig deshalb, damit ich sofort sehe, was drin ist. Zudem wird der Inhalt dann in Evernote abgelegt. So geht nichts verloren.

Plastikboxablage

Ach so. Bevor mich jemand fragt, warum ich Klopapierrollen archiviere, hier die Antwort: Die Hülsen dienen als Container für Kabel. Auf diese Weise können sie sich nicht verheddern und ich kann die Hülsen entsprechend beschriften. Clever, gell?

[via Lifehacker]

 

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