Kategorie-Archiv: Karriere

Hinweise rund um die Karriere.

Passt diese Firma zu mir?

Wenn Sie überlegen, die Stelle zu wechseln und bei einem neuen Arbeitgeber anzuheuern, dann schauen Sie sich den Laden gut an. Schließlich werden Sie einige Zeit dort verbringen müssen bzw. dürfen und da sollte prüfen, wer sich ewig lange bindet. Selena Rezvani gibt uns in dem Beitrag “How To Decide If An Employer’s Culture Is Right For You“ ein paar Tipps auf den Weg:

  1. Achten Sie darauf, wie die Mitarbeiter miteinander umgehen
  2. Achten Sie auf das Alltägliche 
  3. Schauen Sie sich Ihren eventuellen Chef genau an
  4. Wie geht man in dem Unternehmen mit Konflikten um?

Irgendein schlauer Mensch hat einmal gesagt, Unternehmenskultur ist die Summe der alltäglichen Selbstverständlichkeiten. Am besten erstellen Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch für sich selbst einen kleinen Fragenkatalog, mit dem Sie Ihren potentiellen Arbeitsgeber auf die o.a. Punkte abklopfen können. Versuchen Sie auch zwischen den Zeilen zu lesen. Mitunter ist das Nicht-gesagte wichtiger als das Gesagte. Achten Sie auch darauf, ob ein Thema verniedlicht, schnell abgefrühstückt oder auf später verschoben („Keine Sorge, das regelt sich schon“) werden soll. Eine Abwandlung des Gesetzes von Murphy besagt:

Je mehr Du etwas zu Beginn vernachlässigst, mit desto größerer Wucht fällt es Dir später auf die Füße.

Ich kann diesen Merksatz aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Während der Brautschau zeigen sich die Kandidaten immer von der besten Seite, im Alltag ist dann oft schnell der Lack wieder ab.

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(Produktivitäts-) Geheimnisse, die Sie nie erfahren werden

Jeder Organisationsentwickler weiß, dass es in jeder Firma Tabuthemen gibt, über die offiziell nicht gesprochen werden darf. Vor vielen Jahren durfte ich zum Beispiel als externer Mitarbeiter für ein Unternehmen arbeiten, das ein anderes kleineres akquiriert hatte. Obwohl jeder auf den Fluren hinter vorgehaltener Hand davon sprach, dass das Vorhaben in nächste Zukunft an die Wand fahren würde, sprach das niemand aus. Es durfte einfach nicht ausgesprochen werden. “Elephant in the room“ nennen dieses Phänomen unsere amerikanischen Freunde.

Dannielle Blumenthal beschreibt in ihrem Beitrag “5 Productivity Secrets Your Boss Won’t Tell You“ folgende offene Geheimnisse rund um die Produktivität:

  1. Arbeiten Sie nicht für einen Chef, den Sie nicht respektieren können
  2. Sagen Sie Ihrem Chef, wo Ihre Grenzen liegen
  3. Planen Sie feste Zeiten ein, wo Sie Ihren Leidenschaften außerhalb der Arbeit frönen
  4. Erforschen Sie den Eisberg innerhalb Ihres Unternehmens
  5. Organisieren Sie Ihre Arbeit in Projekten oder Programmen und behalten Sie diese im Auge

Wenn jemand den ersten Punkt nachvollziehen kann, dann bin ich das. Glauben Sie mir, das Arbeiten für einen Vorgesetzten, von dem Sie nichts halten, kann Ihr ganzes Leben vermiesen. Da gibt es nur eines: Die Stelle wechseln, entweder innerhalb der Firma oder ganz nach draußen.

Zum Eisberg: In jeder Organisation gibt es ungeschriebene Gesetze, deren Beachtung das Überleben sichert. Sie sollten schnell herausbekommen, für welche Handlungen Sie belohnt und für welche Sie bestraft werden. Bitte verwechseln Sie die ungeschriebenen Regeln (unsichtbar, unterhalb der Wasserlinie beim Eisberg) nicht mit den offiziellen geschriebenen (sichtbar, oberhalb der Wasserlinie). Wenn jeder zu spät in die Besprechungen kommt, ohne dass sich eine Konsequenz daraus ergibt, dann lautet eine Regel: Du darfst zu spät in die Meetings kommen. Da ist es völlig gleichgültig, welche offiziellen Besprechungsregeln in den Meetingräumen hängen.

Und noch etwas (Punkt 2): Es schadet nicht, sich Respekt zu verschaffen, indem Sie ab und zu Pflöcke einschlagen, die Ihre Grenzen markieren. Da betrifft nicht nur die Arbeitsmenge, sondern auch die Art und Weise, wie mit Ihnen umgegangen wird. Trauen Sie sich. Es ist mehr möglich als Sie denken.

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Alle wollen nur Ihr Bestes!

Heute darf ich einen Workshop zum Thema “Karriereplanung” mit dem Titel “In der Spur bleiben” begleiten. Passend dazu bin ich dieser Tage über einen Artikel von Greg McKeown gestolpert: Prioritize Your Life Before Your Manager Does It for You.

Aus eigener (leidvoller) Erfahrung kann ich dem nur zustimmen. Wenn Not am Mann ist, wollen die Chefs nur das Beste. Es ist in Ihrer Verantwortung, zu entscheiden, ob sie das auch bekommen. Allerdings sollten Sie sich vorher überlegt haben, was Sie möchten und was nicht. Es lohnt sich, in einer stillen Stunde ein Blatt Papier zur Hand zu nehmen und aufzuschreiben, was, wo und wie Sie arbeiten möchten. Und ja, notieren Sie auch, was Sie auf keinen Fall tun werden. Denn das  ist die berühmte Rote Linie, die Sie nicht überschreiten sollten. Von Zeit zu Zeit sollten Sie diese Liste wieder überprüfen. Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben?

Auf diese Weise errichten Sie Leitplanken, an denen Sie sich bei der nächsten beruflichen Entscheidung orientieren können.

Denn wenn Sie das nicht tun, tun es andere für Sie!

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Wie Sie richtig Ziele setzen

Die Teilnehmer an meinen Workshops und auch manche ToolBlog-Leser wissen, dass ich ein sehr ambivalentes Verhältnis zum Thema “Ziele” habe. Auf der einen Seite muss ich anerkennen, dass ein Ziel sehr wohl ungeahnte Kräfte freisetzen kann. Auf der anderen Seite sehe ich, wie in Unternehmen das “Ziel” wie eine Monstranz vor sich her getragen wird. Keiner traut sich mehr, sowohl Zielfindungsprozess als auch Ziele selbst kritisch zu hinterfragen. Von dem gedankenlosen (oder absichtsvollen) Durcheinandermixen von “vereinbaren” und “vorgeben” ganz zu schweigen.

Falls Sie sich von meinen kleinlichen Bedenken nicht abbringen lassen und partout Ziele definieren möchten, dann ist der Smart Goals Guide vielleicht der richtige Führer für Sie. Dem Thema “Ziele” widmen die Autoren ein ganzes Portal, auf dem Sie eine Vielzahl von Tipps zur Formulierung, Visualisierung und Umsetzung finden. Außerdem können Sie sich auf der Website ein paar Vorlagen herunterladen, die Sie im Umgang mit Zielen unterstützen.

BTW: Scharfe Augen werden beim Lesen der Überschrift bemerkt haben, dass ich geschrieben habe “Wie Sie richtig Ziele setzen” und nicht “wie Sie die richtigen Ziele setzen”.

Ich bitte dies sorgsam zu beachten. 😉

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4 Fragen, mit denen Sie Ihre Berufung finden

Hierin sind sich so ziemlich alle Coachingansätze einig: Wenn Sie über neue berufliche Wege nachdenken, dann sollten Sie stets von Ihren Stärken und Neigungen ausgehen.

Nur manchmal ist das leichter gesagt als getan. Manchmal sind für uns unsere Stärken gar nicht so offensichtlich, für uns sind sie “normal”. Und da kann es passieren, dass uns auf die Frage danach so gar nichts einfallen will. Vielleicht sollten wir jemanden fragen, der sich damit auskennt, nämlich Mitmenschen, die mit uns vertraut sind und uns gut kennen. Scott Dinsbore schlägt in seinem Beitrag “A 5-Minute Hack to Finding Your Life’s Work” vier einfache Fragen vor, die wir ihnen stellen könnten:

  1. Was sind Deiner Meinung nach meine größten Leidenschaften und warum sind sie es? Wenn Dir zwei oder drei einfallen würden, wäre das prima. Erkläre mir bitte Deine Auswahl.
  2. Was denkst Du sind meine größten natürlichen Stärken und Talente? Warum?
  3. Ausgehend von Deinen Antworten auf die obigen Fragen und was Du über mich sonst weißt, bei welchen Tätigkeiten wäre ich Deiner Meinung nach richtig gut? Im Beruf oder im Ehrenamt oder auch in der Freizeit? Warum?
  4. Und nun die 1000-Euro-Frage: Angenommen, Du würdest mich gar nicht persönlich kennen…
    Für welches Talent, welche Fähigkeit oder Leidenschaft würdest Du mich sogar bezahlen, damit ich Dir damit helfe? Wie begründest Du das?

Von Scott gibt es auch einen TED-Vortrag zum Thema: How to Find & Do Work You Love.

 

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Wie Sie Ihren Elevator Pitch optimieren

Was ist ein Elevator Pitch? Lassen wir unserem Gedächtnis von Wikipedia auf die Sprünge helfen:

An elevator pitch, elevator speech, or elevator statement is a short summary used to quickly and simply define a person, profession, product, service, organization or event and its value proposition.
(Die deutsche Community diskutiert mal wieder über die Relevanz des Artikels)

Wer meint, man könne so eine Aufzugsrede einfach so aus dem Ärmel schütteln, der irrt gewaltig. Sie müssen schon etwas Gehirnschmalz investieren, wenn Ihre Kurzvorstellung überzeugend ausfallen soll.

Sie können sich aber beim Erstellen Ihres Elevator Pitchs helfen lassen. Open Colleges hat dazu eine eigene Seite erstellt: How To Write the Perfect Elevator Pitch.
Eine nette Idee übrigens, die Anleitung selbst als Fahrstuhl darzustellen.

Danke an Sarah Del Rosario für den Hinweis.

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Materialien zu Business Modell You

Das letzte Wochenende habe ich in Amsterdam bei Tim Clark und Mercedes Hoss-Weis die Masterclass für das Konzept Business Model You® besucht. Anbei der Tätigkeitsnachweis, ein bisschen Stolz darf sein 😉 :

BMY Zertifikat

Business Model You® ist ein spezielle Anpassung des bekannten Modells “Business Model Generation” von Osterwalder u.a. auf Einzelpersonen. Ich habe mich ein wenig umgetan. Das Ergebnis meiner Recherchen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Hier eine Liste von Ressourcen zum Thema:

Bücher:

Vorlagen für die Canvas zum Ausdrucken:

Die Canvas für den Rechenknecht:

Für den Mac gibt es ein Programm, das ich Ihnen an dieser Stelle aber nicht empfehlen kann. Versuchen Sie es doch einmal mit der Anleitung von Daud Malik: Turn your Mac’s Dashboard into the Business Model Generation Canvas.

Ich selbst ziehe die Post-it-, Filzstift-, Postermethode vor, werde aber bei Gelegenheit einmal Business Model Fiddle probieren.

Wie Sie diese Canvas mit Leben füllen ausfüllen, zeigt Ihnen in einem umfangreichen Beitrag Alex Cowan: The 30 Minute Business Plan: Business Model Canvas Made Easy. Oder Sie lassen es sich von Tim Clark direkt erklären:

How to Diagram Your Personal Business Model the Quick Way from Business Model You, LLC on Vimeo.

Warum ich diese Masterclass besucht habe und wie Sie in meine Angebotspalette passt, darüber werde ich in den nächsten Wochen auf diesem Bildschirm berichten.

 

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Tim Clark über Laufbahnplanung

Letztes Wochenende war ich in Amsterdam um eine Masterclass mit Tim Clark und Mercedes Hoss-Weis zu besuchen. Tim Clark ist einer der Autoren des Bestsellers und genau darum ging es auch in Amsterdam.

Da ich das Erfahrene immer gerne erst einmal etwas setzen lasse, hier ein Video mit Tim Clark. Mein Resümee folgt später.

 

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3 Gründe, warum es Ihren Job morgen nicht mehr geben könnte

Ich habe einmal das Fach “Papieringenieurwesen” studiert. Damals ließ ich mich von dem Satz “Papier wird es immer geben” leiten. Nun, ich glaube zwar immer noch, dass es Papier immer geben wird, aber die Produktschwerpunkte verlagern sich derzeit. Druckpapiere werden wohl in Zukunft immer weniger produziert, hingegen steigt der Anteil an Verpackungspapieren. Inwieweit sich die Produktionszahlen bei den Hygienepapieren verändern, weiß ich nicht, aber alles kann man mit dem iPad eben doch nicht bewerkstelligen. Wie auch immer, die Branche befindet sich im Umbruch und das hat natürlich auch Auswirkungen für die Beschäftigten.

Craig Dewe zählt drei Gründe auf, warum auch Ihr Job mittelfristig in Gefahr sein könnte:

  1. Technologische Umbrüche (s. o.)
  2. Neue Organisationsstrukturen
  3. Auslagerungen

Aber keine Bange, in jeder Krise liegt auch eine Chance. Wichtig ist nur, dass man immer mal wieder eine nüchterne und schonungslose Lagebeurteilung vornimmt. Auf diese Weise laufen Sie nicht so leicht Gefahr, den Absprung zu verpassen, um sich neu zu orientieren. Auf jeden Fall: Bleiben Sie am Ball, agieren Sie anstatt zu reagieren. Das Zitat in dem o. a. Artikel hat mir deshalb besonders gut gefallen:

People can be divided into three groups:
Those who make things happen,
those who watch things happen,
and those who wonder what happened.

So ist es.

 

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