Eisenhower funktioniert nicht!
Pamela Pool stellt auf dem Blog Web Worker Daily ein Modell zum Setzen von Prioriäten vor: Not a GTD Disciple? Don’t Worry About It. Ihr entsprechendes Diagramm sieht so aus (pdf-Datei):
Wenn Ihnen die Skizze bekannt vorkommt, kann ich Ihnen auf die Sprünge helfen. Sie ist eine Variante des berühmten Prioritätenprinzips nach Eisenhower. Zitat Wikipedia:
Alle Aufgaben werden anhand der Kriterien wichtig/unwichtig und dringend/nicht dringend in vier Quadranten verteilt. Alle Aufgaben im Quadrant unwichtig/nicht dringend werden nicht erledigt.
Die Einteilung erfolgt wie folgt (im englischen Sprachraum sind die Quadranten anders benannt):
- Die Y-Achse beschreibt die Wichtigkeit einer Aufgabe. Wenn eine Aufgabe oben angesiedelt ist, so ist sie wichtig. Ist sie unten angesiedelt ist sie unwichtig.
- Die X-Achse beschreibt die Dringlichkeit einer Aufgabe. Ist eine Aufgabe rechts (oben: links) angesiedelt, so ist die Aufgabe dringend. Ist die Aufgabe links (oben: rechts) angesiedelt, so ist sie nicht dringend.
Es ergeben sich vier Kombinationsmöglichkeiten der Faktoren Wichtigkeit und Dringlichkeit, deren Aufgaben jeweils eine bestimmte Art und Weise der Bearbeitung zugeordnet wird.
In Ihrem Artikel schreibt Pamela:
Compare this method to a complicated GTD diagram. [...] This UI/NUI/UNI/NUNI system (which is also lots of fun to say) is incredibly useful…
Kein Zweifel, das Ablaufdiagramm von GTD ist tatsächlich kompliziert, nicht nur auf den ersten Blick. Die Eisenhowermethode erscheint tatsächlich viel einfacher, nur ob sie “incrediby useful” ist, wage ich zu bezweifeln. Ich habe Heerscharen von Anwendern gesehen, die diese Methode nach langem Ausprobieren wieder verworfen haben ohne recht zu wissen, warum.
Die Gründe hierfür liegen m.E. in den Worten dringend und wichtig.
Wichtig: Was sind die Kriterien für “wichtig”, wie wird Wichtigkeit gemessen? Vor allem aber: Wer legt dies fest? Ich selbst, mein Chef, der Kunde, Kollegen, äußere Umstände? Wer ist tatsächlich in seiner Arbeit so selbstbestimmt, das er/sie über die Wichtigkeit eigenständig entscheiden kann? Und: Bleibt der Grad der Wichtigkeit über einen bestimmten Zeitraum konstant oder wechselt er öfter (Chef, Kunde, Umstände)? Können Sie selbst darüber entscheiden oder werden Sie von außen beeinflußt?
Dringend: Auch hier dieselben Fragen. Können Sie sich auf die Fristen verlassen? Wie flexibel kann/muss/soll die Planung sein? Wie erfolgt die Entscheidung darüber: Fremdbestimmt oder selbstbestimmt?
Ein Teilnehmer in einer meiner Workshops bemerkte einmal:
Eisenhower ist eine tolle Methode, wenn man Präsident oder General ist.
Das bringt die Sache auf den Punkt. Eisenhower war beides, er konnte bestimmen, was “wichtig” und “dringend” ist. Die meisten von uns haben diese Möglichkeit nicht. Dann springt seine Methode zu kurz und es hilft ein Ansatz weiter, der möglichst einfach ist, aber eben nicht einfacher (Einstein). Getting Things Done zum Beispiel.









