Eine Methode, den Tagesablauf zu planen, geht auf den deutschen Zeitmanagementguru Seiwert zurück: Die ALPEN-Methode. Bekanntlicher hat das Wort ALPEN in diesem Zusammenhang nichts mit dem gleichnamigen Gebirge in Europa zu tun, sondern ist vielmehr eine Merkhilfe, mit der man sich die 5 einzelnen Schritte der Methode besser einprägen kann:
- A ufgaben, Termine und geplante Aktivitäten notieren
- L änge schätzen
- P ufferzeiten einplanen
- E ntscheidungen treffen
- N achkontrolle
Diese Vorgehensweise ist logisch, schlüssig, funktioniert aber nicht. Meine Einwände beziehen sich vor allem auf das PEN am Ende des Merkworts.
Pufferzeiten einplanen: Schön, wenn man das kann, doch wer ist schon Herr über den eigenen Tagesablauf? Arbeite ich wirklich autonom bzw. selbstgesteuert? Wie plant man das Unplanbare, unvorhergesehene Anrufe, auftretende Probleme usw.? Das Problem ist der Zeitpunkt. Ich plane Pufferzeit ein, doch wann kann ich sie in Anspruch nehmen?
Entscheidungen treffen: Das Kreuz mit den Prioritäten! Für wen ist was wie wichtig? Wer hat bei den Prioritäten das letzte Wort? Ich, der Chef, der Kunde, meine Kollegen?
Nachkontrolle: Wenn ich auf Grund der vielen Unwägbarkeiten (s. o.) mein geplantes Pensum nicht geschafft habe, übertrage ich die unerledigten Aufgaben auf den nächsten Tag. Das macht die Aufgabenliste und mein Gesicht länger, morgen ist noch mehr zu tun. Der Gründe hierfür sind klar: Ich habe die Länge nicht richtig eingeschätzt, zuwenig (zuviel) Puffer gesetzt und die falschen Entscheidungen getroffen. Asche auf mein Haupt, der Frust ist vorprogrammiert!
Ich halte mich lieber an GTD: Abarbeitung der Aufgaben nach
- Kontext
- Verfügbarer Zeit
- Verfügbarer Energie (und dann erst…)
- Priorität
Ganz richtig: Zeitmanagement als intelligentes Lücken Füllen. Ich sitze hier im Büro und habe eine halbe Stunde Zeit. Raus mit der Liste “Büro” und geschaut, was ich in dreißig Minuten im Büro erledigen kann. Got the thing done!