Kürzlich sprach ich mit einer Führungskraft darüber, ob die Information über den Verlauf einer delegierten Aufgabe Hol- oder Bringschuld ist. Wie auch immer, man kommt als Führungskraft nicht darum herum, zu überprüfen, wie weit der Arbeitsfortschritt ist, ob Korrekturen vorgenommen werden müssen oder ob der Mitarbeiter Unterstützung benötigt. Wer da wartet, bis der Mitarbeiter sich von selbst meldet, wird vermutlich entäuscht werden. Meistens steckt gar keine böse Absicht dahinter.
Wem das Wort “Kontrolle” nicht gefällt, dem empfehle ich einen Begriff, den UPS vor ein paar Jahren in der Werbung verwendet hat: “Tracking”, oder zu Deutsch “Sendungsverfolgung”. Man kann bei UPS dabei auf der einschlägigen Website nachvollziehen, wo sich eine aufgegebene Sendung gerade befindet. Genau das empfehle ich bei Ihrem Mitarbeiter und der Aufgabe, die Sie delegiert haben. Schauen Sie immer mal wieder nach, wo sich die zwei gerade befinden.
Mein erster Chef hatte da ein unfehlbares System entwickelt. Wenn er in der Fabrik umherging, trug er immer einen kleinen Block mit DIN A6 Notizzetteln mit sich herum. Wenn er dann einem Mitarbeiter einen Auftrag gab, vereinbarte er gleich einen Termin zum Nachhaken. Aufgabe, Name des betrauten Mitarbeiters und der entsprechende Termin wurden auf einem der Notizzettel vermerkt. Im Büro musste seine Sekretärin die Zettel dann in eine Terminmappe einsortieren. So wusste der Chef an jedem Tag genau, mit wem er über welche Aufgabe zu sprechen hatte. GTD-Fans wissen natürlich, dass man anstatt der Terminmappe auch die berühmten 43 Folders verwenden kann.
Zwei Dinge kann man daraus lernen:
- GTD gab es schon vor David Allen,
- GTD unterstützt die tägliche Führungsarbeit.
