“Are you a procrastinator or an incubator?” lautet der Titel eines Artikels, in dem Robert Biswas-Diener auf den wichtigen Unterschied zwischen Ausbrüten und Aufschieben hinweist. Ich kenne den Zustand sehr gut, wenn ich etwas Wichtiges vorhabe, aber noch nicht richtig weiß, wie ich das ganze anstellen soll. Für mich ist diese Situation sehr unangenehm, ich bin meist sehr quengelig, weil vordergründig nichts vorwärts geht. In Oberschwaben sagt man dazu nicht eben feinsinnig, aber treffsicher: “Du läufst rum wie eine legige Henn’”. Und genau das ist es ja auch. Es gibt Dinge, die wollen eben reifen, da braucht das Unbewußte Zeit, um die Informationen zu verarbeiten und daraus Ideen zu entwickeln. Ich habe gelernt, dass ich wenig tun kann, um dieses Stadium zu beschleunigen. Das Ausbrüten braucht eben seine Zeit.
Aufschieben ist was anderes. Da weiß ich ziemlich genau, was zu tun ist, aber meine Begeisterung, genau das zu tun, hält sich in engen Grenzen. Und dann schiebe ich halt. Lieblingsbeispiel: Die Steuererklärung.
Achten Sie darauf, ob Sie ausbrüten oder aufschieben. Das ist tatsächlich der Unterschied, der einen Unterschied macht.