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Sei (nicht) perfekt!

26. Februar 2008 (07:07) | Selbstmanagement, WorkLife | Von: Stephan List

In der Transaktionsanalyse gibt es das Modell der Inneren Antreiber. Die fünf Inneren Antreiber lauten:

  1. Sei stark!
  2. Sei perfekt!
  3. Sei (anderen) gefällig!
  4. Beeil dich! 
  5. Streng dich an!

Was die Selbstorganisation angeht, dann spucken uns diese Antreiber immer wieder in die Suppe. Wenn ich z. B. einen Antreiber habe, der mir dauernd eintrichtert “Sei anderen gefällig”, dann wird es mir schwer fallen, bei passender Gelegenheit auch einmal “Nein!” zu sagen. Und wir wissen, dass Nein-sagen-Können eine wichtige Grundlage für angemessene Selbstorganisation ist. Besonders vertrackt ist auch der Antreiber “Sei perfekt“. Da können Sie machen, was Sie wollen, Purzelbäume oder einen Handstand mit simultanem Füße-Wackeln: Sie werden das Perfekte nicht erreichen. Schon deshalb, weil es das Perfekte in der Regel nicht gibt. Was Sie aber mit Sicherheit bekommen werden, sind massive Erschöpfungszustände. Denn oft benötigen wir 80% unserer Energie um die letzten 20% Feinschliff aus einer Aufgabe herauszuholen. Perfekt erledigt ist sie deswegen immer noch nicht.

Falls Ihnen der perfektionistische Antreiber gelegentlich ein Bein stellt, dann helfen Ihnen vielleicht die Tipps von Christina Laun auf Bootstrapper weiter: 17 Ways to Stop Being a Perfectionist and Get More Done. Sie empfiehlt:

  1. Setzen Sie realistische Erwartungen
  2. Geben Sie sich selbst einen Vertrauensvorschuss
  3. Akzeptieren Sie, dass Sie Fehler machen werden (vielleicht das Schwerste für einen Perfektionisten)
  4. Bitten Sie um Hilfe (leider kommt dieser Punkt immer mehr aus der Mode)
  5. Konzentrieren Sie sich auf die Gegenwart
  6. Lassen Sie es laufen (geschehen)
  7. Entspannen Sie sich
  8. Konzentrieren Sie sich auf das Große Ganze
  9. Erlauben Sie sich selbst etwas
  10. Bringen Sie Ihren Inneren Kritiker zum Schweigen (na ja, noch so ein Klopper)
  11. Machen Sie sich klar, dass immer irgendwer ein Haar in der Suppe findet
  12. Benutzen Sie Perfektionismus lediglich als Motivator
  13. Hören Sie auf, sich mit Anderen zu vergleichen
  14. Analysieren Sie sich nicht zu Tode
  15. Werden Sie lockerer (oder im Ruhrgebiet: Halten Sie den Ball flach)
  16. Lernen Sie, mit Kritik umzugehen
  17. Hören Sie mit dem Aufschieben auf

Und ein letzter Tipp von mir: Befolgen Sie diese Tipps nicht alle auf einmal. Das wäre ja auch schon wieder typisch, oder? Vielleicht suchen Sie zwei Punkte heraus und fangen damit an. Aber nicht vergessen, Sie müssen nicht perfekt sein, auch nicht beim Verlernen von Perfektionismus. ;-)

Im Übrigen: Innere Antreiber können sehr mächtig sein und im schlimmsten Fall sogar die Herrschaft über Betroffene erlangen. Dann hilft nur eine geeignete Therapie. Scheuen Sie sich nicht, um professionelle Hilfe zu bitten, wenn es allzu schlimm wird. Denken Sie an Hinweis 4!



Kommentare

Kommentar von Roland Kopp-Wichmann
Zeit: 27. April 2008, 10:43

Ja, der innere Kritiker sieht sich eben als Experte in jedem Gebiet und mischt sich überall ein.
Wie man mit diesem inneren Anteil umgehen kann, wie er entstanden ist usw. habe ich in einem längeren Artikel beschrieben.

Kommentar von Christian Holzmann
Zeit: 27. Juli 2009, 16:11

Interessanter Beitrag, Danke für die Zusammenfassung, werd ich gleich mal in meinem Blog erwähnen!

Pingback von Slow down, keep it real | Christian Holzmann :: wOOdy's liveBlog
Zeit: 27. Juli 2009, 16:36

[...] dem Titel “Sei (nicht) perfekt” gibt es einen interessanten Beitrag über innere Antreiber und Selbstorganisation auf [...]

Pingback von Perfektion … – Dirks Logbuch
Zeit: 20. November 2009, 08:32

[...] im Mut zum Unperfektsein schon einmal darüber gesprochen und habe jetzt via identi.ca den Link zu Sei (nicht) perfekt! gefunden. Gute Tipps! 1. Setzen Sie realistische Erwartungen 2. Geben Sie sich selbst einen [...]

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