Das Ablagesystem nach Noguchi
…und wer da sucht, der findet.
heißt es in der Bibel (Mt 7,8). Auch wenn das tröstlich klingt, so gibt es doch Sinnvolleres zu tun als seine Zeit mit Suchen zu verplempern. Ein Ablagesystem muss also her. Maximaler Nutzen bei minimalem Aufwand heißt die Devise. Pflegen will ich es nicht, aber alles sofort wiederfinden. Mit der klassischen Ablage nach Rubriken stand ich schon immer auf dem Kriegsfuß:
- Es ist nicht immer einfach, zu entscheiden, unter welcher Rubrik ein Dokument einsortiert werden soll, besonders wenn es in mehrere Rubriken passen würde.
- Aus diesem Grund weiß ich oft, dass ich das Dokument abgelegt habe, aber leider nicht mehr wo.
Dabei spielt es keine Rolle, ob ich Ordner oder Mappen als Behälter nehme, ich finde da wie dort nichts.
Doch aufgemerkt, es gibt einen Silberstreif am Horizont und zwar am fernöstlichen. Auf Yukio Noguchi (*feix*) geht ein Ablageverfahren zurück, das völlig auf Rubriken verzichtet. Dokumente werden hier nur entlang der Zeitachse abgelegt. Und das geht so:
- Decken Sie sich mit einer Menge DIN-C-4-Briefumschläge ein. Das sind die, mit denen Sie DIN-A-4-Dokumente verschicken.
- Machen Sie aus den Briefumschlägen Tüten, indem Sie die Lasche zum Zukleben abschneiden.
- Bei der Durchsicht stecken Sie ein Dokument immer in eine Tüte.
- Beschriften Sie die Tüte am äußersten Rand mit Stichworten, die das Dokument treffend beschreiben (“Tagging” nennt das der Experte heutzutage) und mit dem Datum des Eingangs.
- Stellen Sie die Tüten hochkant in ein Regalfach nach der Regel, je neuer oder aktueller die Tüte, desto weiter links. Neue Tüten kommen also immer ganz nach links. Je älter die Dokumente sind, desto weiter nach rechts wandern sie folglich.
- Aber: Wenn Sie ein Dokument einmal entnehmen müssen, stecken Sie das Dokument wieder in die Tüte und stellen es wieder ganz links ins Regal.
Regel:
Neue und entnommene Dokumente kommen immer ganz links ins Fach!
Effekt:
Über einen gewissen Zeitraum wird es Dokumente geben, die auf Dauer auf die rechte Seite wandern und dort auch bleiben. Das sind die “heiligen Dokumente”. Sie sollten Sie in gewissen Abständen durchsehen und entfernen. Was Sie damit machen, bleibt Ihnen überlassen, aber entfernen Sie sie. Neue und benötigte Papiere finden Sie immer auf der linken Seite.
Hier gibt es weitergehende Informationen zum Noguchi-System:
- Dave Gray beschreibt in einem Beitrag mit Skizze, wie Sie aus Umschlägen Tüten herstellen und wie das Verfahren funktioniert.
- Debra Hamel stellt die Methode ausführlich dar und zeigt Fotos eines Umschlags und ihres Regals.
- Deeper Motive erklärt mit einem Schema, wie die Dokumente mit der Zeit von links nach rechts wandern.
- Bei Everythang on anything gibt es eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Tütenproduktion.
- Jonny Goldstein hat ein Video zum Noguchi-Verfahren gedreht, das Sie sich auf seinem Blog anschauen können.
- Paper Bits macht zur Methode und zum Video hier und dort kritische Anmerkungen.
- Jazzmasterson zeigt in einem kommentierten Foto, wie Umschläge und Bücher in seinem Regal wunderbar miteinander harmonieren.
BTW: Ich habe heute bereits einen großen Pack Umschläge bestellt.
Kommentare
Pingback von ToolBlog » Richten Sie Ihren Arbeitsplatz ein
Zeit: 11. Juni 2008, 07:54
[...] von der A-Z-Ablage des Meisters ab. Mir ist das alles zu kompliziert. Nehmen Sie stattdessen das System von Noguchi. Das ist so genial und einfach, dass die Tastatur streikt, wenn man “System” eintippen [...]
Pingback von My Get Things Done List » Blog Archive » Richten Sie Ihren Arbeitsplatz ein [ToolBlog]
Zeit: 11. Juni 2008, 11:03
[...] von der A-Z-Ablage des Meisters ab. Mir ist das alles zu kompliziert. Nehmen Sie stattdessen das System von Noguchi. Das ist so genial und einfach, dass die Tastatur streikt, wenn man “System” eintippen [...]
Pingback von Zeitmanagement – Ablagesystem « Espressodoppio
Zeit: 23. Februar 2009, 16:50
[...] Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag . Ein anderes System wird im Toolblog [...]
Pingback von ToolBlog » Mappei: Erster Versuch, Dokumente einzuordnen
Zeit: 13. August 2010, 09:01
[...] morgen habe ich meine Noguchi-Dateien in das Mappei-System überführt. Oder besser gesagt, ich habe es versucht, denn ich bin [...]







Pingback von ToolBlog » Die Chaotische Ablage
Zeit: 11. April 2007, 20:16
[...] Im GTD-Forum wird derzeit intensiv die chaotische Ablage von Referenzmaterial diskutiert. Ich habe eine Kollegen, der die Schriftstücke, die er aufheben will, in durchnummerierte Schachteln verstaut und in einer Datenbank vermerkt, wo er das jeweilige Papier abgelegt hat. Ganz chaotisch ist das natürlich nicht, denn der Computer übernimmt nicht die gesamte Lagerung, sondern nur das Sich-Merken, wo das Dokument liegt. Auf jeden Fall scheint das gut zu funktionieren, mein Kollege schwört auf das System. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt wohl auch die Software “Papertiger“, wenn ich das die Lehrvideos richtig verstanden habe. Ich selber habe mich auch einmal an der Chaotischen Ablage versucht, bin aber kläglich gescheitert, sie war mir wohl noch nicht chaotisch genug. Ich halte mich lieber an Noguchi, wie Sie wissen. [...]