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Arbeitsorganisation - Produktiv und Persönlich

Sind Großprojekte beherrschbar?

Vor einigen Tagen konnte ich einen Podcast in der Reihe SWR 2 Forum hören, in der

  • Gerd Appenzeller, Mitherausgeber der Zeitung “Der Tagesspiegel”
  • Philipp Hoicke, Politikberater, Dortmund
  • Prof. Falk Jaeger, Architekturpublizist, Potsdam

unter der Leitung von Matthias Heger das Debakel des Flughafen Berlin diskutierten: Wie beim Turmbau zu Babel…

Folgende Fragen wurden in dem Gespräch angeschnitten:

  • Wie weit kann und darf man Komplexität reduzieren?
  • Wer trägt bei einem Projekt welche Verantwortung und in welcher Form?
  • Wer sollte wann in einem Projekt wie beteiligt werden, wer hat welche Rolle inne?
  • Unterscheiden sich öffentliche Projekte tatsächlich von privaten und wenn ja, wie?
  • Bis zu welchem Umfang funktioniert Planung überhaupt?
  • Soll, muss, darf man während der Umsetzung des Projekts Planungspunkte ändern?

Wenn Sie wie ich an dem PM Camp 2012 in Dornbirn an der Session von Stefan Hagen teilgenommen haben (“Wicked Question Game”), dann werden Ihnen diese Fragen womöglich bekannt vorkommen.

Ich hätte mir gewünscht, dass statt des Politikberaters ein Projektmanagementfachmann teilgenommen hätte. So jemand wie Thomas Mathoj zum Beispiel. Sei’s drum, man kann nicht alles haben. Interessant war die Diskussion allemal.

Sie können die Sendung hier nachhören oder als mp3-Datei herunterladen.

Tour_de_babel

 

Nachtrag

In der online Ausgabe der FAZ erschien gestern eine “geheime Mängelliste” zum Flughafen BER.

“Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum”, lautet ein altes Projektsprichwort.
Hier scheint es sehr viel Zufall zu geben.

 

2 Comments

  • Carsten
    Posted 14. Januar 2013 at 11:22 | Permalink

    Hallo Stephan,

    danke für den Hinweis, höre ich mir mal an. Die Frage ist auch: “komplex” oder “kompliziert”? Wahrscheinlich ist dieses Projekt beides, die einzelnen Arbeitspakete kompliziert, alle zusammen komplex? Keine Sorge, ich will nicht “klugscheißen”:-), der Unterschied ist mir auch erst hier bewusst geworden:

    http://www.lars-vollmer.com/blog/warum-sollten-wir-ihnen-eigentlich-glauben

    bzw:

    •Kompliziertes agiert bzw. reagiert vorhersehbar. Es gibt keine Überraschungen, keine Unsicherheit und keine Subjektivität. Kompliziertes kann mithilfe von Ursachen-Wirkungsketten beschrieben werden. Kompliziertes ist beherrschbar, vorausgesetzt man verfügt über ausreichendes Wissen. Jede Maschine beispielsweise ist – für sich genommen – kompliziert, auch wenn sie für einen Laien überhaupt nicht zu durchschauen ist. Aber sie ist eben grundsätzlich durchschaubar und ein Experte kann dies. Ich führte schon mal an anderer Stelle aus, dass auch das Straßennetz von Berlin kompliziert sei. Ich selber verfahre mich zwar ständig, ein geübter und wohlwollender Taxifahrer aber zumeist nicht. Und dank TomTom ist es sogar automatisierbar – dies gilt für alles kompliziertes.

    •Komplexes besteht aus lebenden Organismen. Komplexes verändert sich in jeder Sekunde. Es überrascht ständig – sich und die Umwelt. Es ist von außen beobachtbar aber nie kontrollierbar. Ein komplexes System ist zwar beeinflussbar, sein Verhalten aber nicht vorherzusehen und keinesfalls zu beherrschen. Es existiert keine Objektivität. Mein Lieblingsbeispiel ist das Fußballspiel. Hochkomplex – und Schweden schafft noch den Ausgleich zum 4:4. Jedes Business ist komplex, der Markt ist es, Wettbewerb sowieso. Kontrolle ist hier immer nur eine Illusion. Auch für Experten.

    Durchaus lesenswert wie ich finde.

    • Carsten
      Posted 17. Januar 2013 at 06:54 | Permalink

      Hallo Stephan,

      so, nun habe ich mir den Beitrag angehört, wirklich interessant, wie Du schon erwähntest. Die Ansätze zur Vermeidung solcher Desaster im Übrigen auch: Nicht dem günstigsten Anbieter den Auftrag erteilen, sondern dem zweiten. Als Beispiel wurde die Schweiz genannt.

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